Windsurfen lernen in Ägypten: Von (Wasch-)Brettern, Segeln und jeder Menge Wind
Filip fordert uns auf, auf unser Brett zu steigen und lässt uns ein ganzes Repertoire an Balance-Übungen durchlaufen: laufen, kippeln, schaukeln und hüpfen (Schritt 1).
Dann montieren wir unsere Segel und dürfen unsere ersten Meter auf dem Wasser versuchen. Ich ziehe mit ordentlichem Hauruck das Segel aus dem Wasser und nehme sofort Kurs auf. Wohin, weiß ich nicht so genau, aber das Board bewegt sich – ein großartiges Gefühl! Nach ein paar Metern ist es allerdings schon wieder vorbei, gemeinsam mit dem Segel lande ich im Wasser. Wahnsinn, die ersten gesurften Meter funktionierten schneller als ich erwartet hätte.
Auch das Wenden – dabei zieht man das Segel über die Hinterseite/das „Heck“ des Boards und dreht sich selbst um 180 Grad mit (Schritt 4) – klappt! Ich darf wieder einige Meter fahren, bis ich zu Wasser gehe. So verbringen wir die ersten Stunden als frisch gebackene Windsurfer mit fleißigem Üben – erschöpft, aber zufrieden.
Mit dem Wind, gegen den Wind – Hauptsache Wind
Der dritte Tag bringt reichlich Wind, aber Filip hat offenbar großes Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Nachdem wir auf dem Trainer gelernt haben, wie man durch das Verändern der Mastposition die Fahrtrichtung verändern kann (das passiert mit den Schritten 5 und 6), um so mit oder gegen den Wind zu fahren und wie man durch das Heranholen des Segels (dicht holen) oder das Öffnen des Segels Speed aufnimmt und bremst, sollen wir das Gelernte auf dem Wasser umsetzen.
Nun bekomme ich zu spüren, was es heißt, mit stärkerem Wind zu segeln: Sobald mein Segel oben ist, scheint es zum Leben zu erwachen und geht seine ganz eigenen Wege, flattert mal nach links, dann nach rechts, um mir schließlich nach hartem Kampf oft auch ganz zu entgleiten. So kommt es auch, dass Filip mir mit der Geduld eines buddhistischen Kindergärtners immer wieder zuruft: "Not bad, but remember the correct body position - and front leg straight!"
Balance ist alles
Die Grundposition (Schritt 3) hatte uns Filip schon an Land erklärt: Der Körper bildet eine gerade Linie, der Oberkörper lehnt sich zurück, die Arme sind gestreckt, Körper und Segel bilden ein V.
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