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Kleine Racker - Teil 2

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Höher, schneller, weiter: Kinder müssen sich selbst ausprobieren, um Selbstvertrauen zu gewinnen. Eltern dürfen ein Sicherheitsnetz spannen, sollten sich aber zurückhalten und Überbehütung vermeiden.

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Ohne Bewegung kein Leben

Die gute Nachricht: Die Natur hat vorgesorgt. Bewegung ist insbesondere in den ersten elf, zwölf Jahren ein kindliches Grundbedürfnis und eine Entwicklungsnotwendigkeit – so wie Essen und Trinken, Liebe, Anerkennung und soziale Bindung. Ein Zappelphilipp auf der Schulbank, den die Lehrerin des Aufmerksamkeitsdefizitssymdroms (ADS) verdächtigt, kann eventuell nur seinen natürlichen Bewegungsdrang nicht nach seinen Bedürfnissen ausleben. Auch Kindern, die tatsächlich an ADS leiden, öffnet das Rennen, Hüpfen, Klettern, Ballspielen ein Ventil, lindert die Krankheit. Der bei Heranwachsenden vorhandene natürliche Drang nach Toben, Rennen, Klettern, Springen, Balancieren usw. braucht nur genügend Raum und Gelegenheit zum Ausleben. Ein Säugling strampelt vor Lust; Bewegung ist zunächst die einzige Möglichkeit der non-verbalen Kommunikation, des Ausdrucks von psycho-emotionaler Befindlichkeit.

Kindergartenkinder lieben es, wenn ihre Eltern „Engelchen flieg!“ mit ihnen spielen.
Meine Cousine Martina, die auf dem stillgelegten Bauernhof unserer Oma aufwuchs, war als Kind ein echter Wildfang: Mit ihr lernte ich, dass man sich ganz schön wehtut, wenn man zu zweit auf einem Skateboard einen Hügel hinunterrollt und eine plötzlich abspringt. Unser Gleichgewicht schulten wir, nicht weil wir balancieren lernen wollten, sondern während wir – improvisiert – „Time of my life“ sangen und in „Dirty Dancing“-Manier auf einem wackeligen Brett hoch über einem Haufen Heu „Mambo“ tanzten. Die Wissenschaft würde sagen, damit gelangten wir zu immer mehr (Bewegungs-) Sicherheit, Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und räumlicher Erkundung und somit Umwelterfahrung. Kinder und Jugendliche drängen nach dem Spiel mit anderen, nach Leistung und Wettbewerb – auch das liegt in ihrer Natur. Sie lernen unterschiedliche Rollen einzunehmen, Regeln zu akzeptieren, Konflikte auszutragen, Toleranz- und Rücksichtnahme, Absprachen zu treffen und sammeln somit grundlegende Erfahrungen mit Gleichaltrigen.


Eltern, haltet euch zurück!

Kinder brauchen geeignete Hilfen und Anreize aus ihrer sozialen Umgebung, die darauf ausgerichtet sind, das Grundbedürfnis „Bewegung“ zu befriedigen und auszubauen.  Großes Ausrufezeichen: Eltern dürfen ein Sicherheitsnetz spannen, sollten die Kinder aber innerhalb dieses abgesteckten Rahmens unbedingt ihre eigenen Erfahrungen machen lassen.

Quelle: (active woman Mai/Juni 2010; Text: Monika Huber)
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