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16.08.2010 | 00:00 h
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Fitness

Kleine Racker - Teil 3

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Könnte man den Sohnemann nicht einfach dreimal die Woche in den Fußballverein, die Prinzessin zum Ballett schicken?

Foto: fotolia.com/Günter Menzl

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Bewegung oder doch Sport?

Motorik, Sozialverhalten, Regeln, Koordination und Kondition – das wird beim Sport doch alles wunderbar trainiert. Und noch dazu könnte ein kleiner Michael Ballack, die nächste Kati Witt, eine Karriere dabei herauskommen. „Sport und Bewegung – das sind zwei grundverschiedene Dinge!“, betont Sportcoach Petra Müssig, die viel mit kleinen Leistungssportlern arbeitet. Sport sei strukturiert, zielgerichtet, angeleitet und in der Regel wettkampf­orientiert. Bewegung sei Richtungsänderung und Ortswechsel, das Erleben des Körpers im Raum. Zum Heranwachsen sollten Kinder ihrem natürlichen Bewegungsdrang entsprechend so viel und vielseitig wie möglich selbstbestimmt toben. Spezielle psychomotorische Bewegungsangebote wie Kinderturnen, wo die Zwerge spielerisch ihren Körper erfahren, eignen sich als Ergänzung ebenfalls gut. In der ersten Lebensjahren sollten vor allem die Koordination und der Gleichgewichtssinn ausgebildet werden, denn wenn ihnen zum Beispiel das Balancieren Mühe macht, haben sie Angst sich zu blamieren und sie ziehen sich zurück. Erst wenn die elementaren Bewegungen in vielfältiger Weise angewendet und in variablen Anforderungen gefestigt worden sind, sollte man sich mit den sportlichen Neigungen und Interessen des Kindes auseinander setzen. Es macht z. B. wenig Sinn, ein Kind zum Tennistraining anzumelden, wenn es im Vorfeld nicht genügend mit Bällen gespielt hat. Auch wird ein Kind wenig erfolgreich im Winter auf den Skiern stehen, wenn es nicht vorher vielfältige Balanceaufgaben bewältigen konnte. Grundsätzlich schlecht für die kindliche Entwicklung sind Gewichtestemmen im Fitnessstudio oder allzu kraftintensive Sportarten bis in die Pubertät (etwa 16/17 Jahren), da die Verknöcherung der Wachstumsfugen noch nicht abgeschlossen ist. Auch allzu einseitige Belastung wie intensives Tennistraining oder ehrgeiziges Ballett schadet der körperlichen Entwicklung eher, als sie nützt. „Auch wenn Kinder schon Talent für eine bestimmte Sportart zeigen: Bis zum zwölften Lebensjahr steht die Vielseitigkeit vor der Spezialisierung. Erst dann ist das Kind vom Gehirn her überhaupt in der Lage abzuschätzen, was es heißt, Leistungssport zu machen, was es auf sich nehmen muss, um Weltmeister zu werden“, erklärt Petra Müssig.

Quelle: (active woman Mai/Juni 2010/ Text: Monika Huber)
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