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17.08.2011 | 13:15 h
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Fitness, TopNews 1

Slack it baby! Die ersten Schritte unserer Redakteurin auf der Slackline

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Slacklinen – das bedeutet, Abenteuer, Nervenkitzel und den inneren Schweinehund besiegen. Aber auch Ehrgeiz, viel Übung und jede Menge Spaß!

Foto: Monika Huber

Foto: Monika Huber

Das Seil unter meinen Füßen wird dünner und dünner, der Abgrund, über dem ich mich befinde, mit jedem Atemzug tiefer und tiefer. Meine Schläfen pochen, mein Puls rast wie ein ICE, Adrenalin pumpt sich durch meinen Körper und doch fühle ich mich wie in Trance.

„Nun mach schon, trau dich, du Angsthase. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Außerdem überquerst du nicht den Grand Canyon. Du bist nur 50 cm über dem Boden. Jetzt stell dich nicht so an.“ Erst der leicht genervte Tonfall meiner Freundin Anne katapultiert mich zurück in die Realität. Ich ertappe mich dabei, wie ich den Baumstamm, an dem ein Ende des Seils fixiert ist, fest umklammere. Nein, ich will nicht. Vielleicht doch. Na gut, auf geht’s! Nur mit viel Überwindung löse ich mich und taste mich im Schneckentempo auf dem 40 mm breiten grünen Bändchen vorwärts, setze, den Blick starr auf die Line gerichtet, behutsam einen Fuß vor den anderen und vergrabe die Finger meiner linken Hand tief in Annes Schulter. Die rechte Hand rudert stattdessen durch die Lüfte, versucht Balance zu halten. Schnell werde ich übermütig und wippe in der Mitte des Seils, dort wo es am elastischsten ist, mit beiden Beinen auf und ab. Aha, je mehr Druck man auf das Seil ausübt, desto stärker flattert es unter den Füßen, stelle ich fest. Macht ja richtig Spaß. Und mit Anne als Stütze funktioniert das alles schon prima. Aber ohne?

Schon mein erster Versuch, freihändig über die Slackline zu balancieren, endet nach wenigen Hundertstelsekunden in der Wiese. Wie übrigens auch die weiteren Male, etwa gefühlte 50 an der Zahl. Nach maximal zwei Schritten lande ich wie ein sterbender Schwan mit den Füßen voraus – auch zweimal mit dem Popo – im weichen Grün. Mein rechter Oberschenkel schmerzt vom häufigen Aufsteigen. Der Muskelkater bahnt sich so allmählich seinen Weg durch alle Gliedmaßen. Aber ich habe Blut geleckt, der Ehrgeiz hat mich gepackt, ich habe Lust bekommen, mich der neuen Herausforderung zu stellen. Durchhalten! Ich steige wieder auf und laufe los …

Trendsport Slacklinen

Was in Amerika bereits seit Jahrzehnten beliebt ist, findet auch in Europa immer mehr Anhänger: der Trendsport Slacklinen. Der Sport, der auf den ersten Blick an Seilakrobatik erinnert, ist in Wirklichkeit viel mehr: Anders als das Trapezseil im Zirkus ist die gespannte Slackline weich und elastisch, wodurch ein ständiges Ausgleichen der Seilbewegungen nötig ist. Slacklinen ist ein Sport, der den Trainierenden alles abverlangt: Gleichgewicht, Reaktionsvermögen, Körperbeherrschung und eine hervorragende Arm-Bein-Koordination. All das, mit dem ich übrigens nicht unbedingt gesegnet bin. Ebenso wenig wie mit Geduld. Ich gebe ehrlich zu, ich habe einfach keine.

Was man für die Slackline-Tour sonst so benötigt, ist schnell auf einen Nenner gebracht. Das Wichtigste sind natürlich die Slackline selbst und zwei Bäume im eigenen Garten oder im nahe gelegenen Stadtpark, an denen das elastische Band befestigt wird. Dieses ist an den Enden mit einem so genannten Baumschutz versehen, der die Befestigungspunkte bzw. Bäume vor Reibung schützen soll. Hat man die Line um die Fixpunkte gelegt, werden die Enden verbunden und mit der Ratsche gespannt. „Je strammer man die Slackline festzurrt, desto besser. So vibriert sie weniger“, erklärt mir Anne. Die Slack­line stehe aber unter enormer Spannung, wenn sie reiße, könne sie zum lebensgefährlichen Geschoss werden. Alle Metallteile müssten daher stets rückgesichert werden, legt sie mir noch ans Herz.

… Zwei Stunden später habe ich meine Scheu vor dem dünnen Seil fast vollständig verloren. Zwar schaffe ich nach wie vor nur zwei bis drei Schritte – einmal sogar vier und darauf bin ich mächtig stolz –, aber bei jedem halbwegs gelungenen Versuch tanzen meine Glückshormone wie wild Lambada. Bis ich allerdings Pirouetten drehen, rückwärts laufen oder einbeinig das Seil überqueren kann, dürften noch ein paar Trainingsstunden ins Land ziehen. Und vielleicht lässt sich diese wackelige Schnur ja doch eines Tages besiegen. 

 

 

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Quelle: (active woman Juli/August 2011: Text: Viktoria Auburger)
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