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06.09.2010 | 10:51 h
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Fitness, TopNews 1

Mentale Power - Teil 3

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Heute – ja heute – ist der perfekte Tag, um mit diesem Artikel zu beginnen. Meine persönlichen Erfahrungen wann, wie und warum ich als Profi-Ironman-Athletin mentale Techniken einsetze, aufzuschreiben.

Fotos: Thomas Tajsich



Die Schlussfolgerung: Ich sollte jetzt nicht daran denken, dass eh schon alles „gelaufen“ ist und ich keine Chance mehr habe, sondern mir Mut zusprechen, mich auf den Moment und den Laufschritt konzentrieren, die Schmerzen regulieren und das Beste aus der Situation machen. Ich fing an, wieder regelmäßig und kontrolliert zu atmen, ich sagte mir selbst: „Sonja, lauf locker, mach dich groß, weite Schritte, schnelle Schritte, konzentrier dich!“ Und was dann geschah, würde ich nicht glauben, wenn ich es nicht selbst erlebt hätte: Ich wurde locker, die Schmerzen waren fast weg, die Schritte wurden länger und ich nahm Geschwindigkeit auf. Meiner ärgsten Konkurrentin kam ich immer näher, bis ich sie schließlich überholte. Im Ziel war ich die Siegerin des Laufes und über mich selbst. An dieses Aha-Erlebnis werde ich mich immer erinnern und ich weiß: Es funktioniert wirklich.

Emotionen

Wenn man merkt, dass einem beim Wettkampf das Ruder aus der Hand läuft, schleichen sich schnell negative Gedanken ein, die man schleunigst in den Griff bekommen sollte. Das ist nicht immer einfach. Bei jedem Training, das nicht ganz so rund läuft, kommen diese unangenehmen Begleiter, die einen gerne zum frühzeitigen Beenden der Trainingseinheit zwingen oder das Tempo verändern. Wenn es plötzlich zu regnen beginnt, dann muss ich versuchen, positiv zu denken: Hey, du bist nicht allein, schau, dein Rad-Partner fährt auch im Regen und jammert nicht. Oder: Bei schönem Wetter kann es ja jeder, aber bei Wind und Regen ist das eine besondere Leistung. Eine Leistung, die einen viel stolzer macht und die Gesprächsstoff bietet.

Hier war mein persönlich einschneidendstes Erlebnis die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii 2009. Ich hatte gut trainiert und mich akribisch vorbereitet. Mit einer Sub-9-Stunden-Zeit beim Ironman Kärnten drei Monate zuvor ließ alles auf eine Top-10-Platzierung hoffen. Ich war mir fast sicher, dass ich es schaffen würde, zumal ja endlich der Knoten beim Schwimmen geplatzt war.

Quelle: (active woman Juli/August 2010; Text: Sonja Tajsich)
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