Wenn ich gar nicht nervös wäre, würde auch etwas nicht stimmen.
Ich überlege mir oft, was passiert, wenn ich das gesteckte Ziel nicht erreiche. Auch hier war mein Mann schon Schlüsselperson, als er vor einem Start sagte: „Egal ob du Erste oder Hundertste wirst, wir (unsere kleine Tochter Lisa und er) stehen auf jeden Fall im Ziel und freuen uns, dass du gesund zurück bist. Für Lisa ist es völlig egal, mit welcher Platzierung du das Rennen beendest, wichtig ist, dass du wiederkommst.“ Sich über die tatsächlichen Konsequenzen klar zu werden, hilft ungemein. Ein guter Platz freut uns und macht uns stolz, über einen schlechten Platz trauern wir ein paar Tage und dann geht das Leben weiter.
Konzentration
Zum Thema Konzentration habe ich eine richtig einschneidende Erfahrung gemacht. Es war ein eher unbedeutender Volkslauf in der Nähe. Ich wollte unbedingt teilnehmen, um noch einen Trainingsreiz zu setzen und einen schnellen Lauf zu machen. Kurz hinter der Startlinie kam eine Kurve. Ich hatte meinen Gedanken, wie gut ich am heutigen Tag loskomme und wie einfach sich alles anfühlt, noch nicht zu Ende gedacht, da rempelt mich ein Teilnehmer an, stellt mir regelrecht ein Bein. So schnell konnte ich nicht schauen, da lag ich der Länge nach auf dem Asphalt. Mein erster Gedanke war: Oh Gott, hinter mir kommen 200 Läufer. Ich versuchte mich schnell aufzurappeln und spürte sofort meine Knieschmerzen. Ich humpelte ein paar Meter, versuchte langsam zu laufen und zurückzufinden. Mir war klar, dass es keine ernsthafte Verletzung war, sondern nur ein dicker Bluterguss werden würde. Meine Gesundheit hätte ich nicht aufs Spiel gesetzt. Ich ärgerte mich. Meine ärgste Konkurrentin hatte mich bereits überholt. Da erinnerte ich mich, dass man sich zu jeder Zeit im Wettkampf auf den Moment konzentrieren solle und nicht auf das Ergebnis.
Quelle: (active woman Juli/August 2010; Text: Sonja Tajsich)