Donnerstag, 23.02.2012 11:23 Uhr
Voller Schwung - Tipps fürs Carven

Michaela Gerg-Leitner war 365 Mal im Profi-Skizirkus unter den besten 15 und 89 Mal unter den besten drei. 15 Jahre lang preschte die sympathische Profi-Skifahrerin über die Hänge der Skiwelt. Für active woman gibt sie Wintersportfans Tipps rund ums Carven.

 

Foto: Ziener
Foto: Ziener

 

Was ist Carven? Was genau macht die Technik aus? Worauf muss man achten?

Carven heißt übersetzt schneiden. Mit den stärker taillierten Skiern, kombiniert mit der passenden Technik, kann ein guter Skifahrer leichter einen geschnittenen Schwung fahren. Es kommt darauf an, hüftbreit zu fahren und mit dem Körper neutral auf dem Ski zu stehen, also immer im Oberkörper mit Blick in Fahrtrichtung. Durch einfaches Gewichtsverlagern und leichte Vorlage wird der Schwung ausgelöst und kann problemlos weitergesteuert werden. Man spart sich sozusagen das aufwändige Hoch-Tief und Gegendrehen vergangener Jahre und kann so auch kraftsparender Fahren.

Innerhalb von kürzester Zeit hat sich der taillierte Ski durchgesetzt und die alten Modelle verdrängt. Warum?

Durch die stärkere Taillierung, die verminderte Länge der Ski und durch das geringere Gewicht kann man die Ski leichter drehen und beherrschen. Auch ist es möglich, viel energiesparender zu fahren und vor allem sicherer, weil man die Ski besser unter Kontrolle hat.

Kann man auf Carving-Skiern auch die alt bewährte Parallelschwung-Technik beibehalten?

Mit einem moderaten Allroundski oder auch Crosscarver ist das durchaus möglich. Nur wenn man sich schon für den Kauf eines solchen Carving-Skis entscheidet, dann ist es auch sinnvoll ein paar Unterrichtsstunden zu nehmen, um in den Genuss der Vorteile der Carvermodelle zu kommen.

Ist Skifahren für Neueinsteiger mit Carving-Skiern leichter zu erlernen?

Auf jeden Fall, denn wie schon erwähnt haben die Ski ein leichteres Schwunggewicht und sind viel kürzer, so wird der Einstieg wesentlich erleichtert.

Sind Carver für jede Pistenlage, jedes Gelände und alle Schneeverhältnisse vorteilhaft?

Es gibt ja verschiedene Kategorien von Carving-Skiern. So ist es beim Kauf sehr wichtig, die richtige Beratung zu bekommen, denn nur so kann man sichergehen, den passenden Ski zu bekommen. Also wer gerne z.B. sportliche kurze Radien fährt, ist mit einen SL Carver gut bedient, stark im Trend liegen die so genannten Crosscarver, das sind Ski, mit denen man so ziemlich auf jedem Terrain klarkommt - auf der Piste sowie im Pulverschnee.

Worauf soll frau beim Kauf eines Carving-Skis achten?

Das Wichtigste: Er soll dem Können angepasst sein. Es gibt z.B. in unserer Firma bei K2 verschiedene Modelle von Damen-Carving-Skiern. Sie sind alle im Flex weicher, etwas leichter gebaut, und der Bindungsmontagepunkt ist weiter nach vorne verlegt. Das sind alles Vorteile, die es der Frau erleichtern, Spaß am Skifahren zu haben, weil der Ski leichter dreht und dadurch noch besser kontrollierbar ist. Also zusammenfassend steckt in diesen Skiern mehr als nur ein schickes Design.

Je taillierter, desto … – für welchen Einsatzzweck und welchen Fahrstil eignet sich was?

Für die Dame empfehle ich auf jeden Fall einen Carver Frauen. Und dann gibt es natürlich für Spezialisten z.B. Tiefschnee-Ski, Telemark-Ski oder auch Twintip-Ski, die speziell den Jugendlichen viel Spaß machen, weil sie damit auch coole Schwünge in der Halfpipe ziehen können.

Du bist schon weit rumgekommen. Welches sind deiner Meinung nach die fünf schönsten Skigebiete der Welt?

Auf jeden Fall die Skigebiete in den USA. Da gibt es kein Gedränge am Lift, und der Schnee ist einfach überwältigend. Vail oder Aspen sind genial. Aber auch bei uns in Kitzbühel ist es herrlich, Ski zu fahren. Den Arlberg finde ich auch super. Nur zum Skifahren ist es auch in den französischen Alpen top, nur fehlt mir da die Gemütlichkeit.

 

 

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