Michaela Eichenseer
Sie haben mindestens zwei gute Gründe, Ihren Körper in den kommenden Monaten so gut zu behandeln, wie es nur geht: sich selbst und das heranwachsende Kind! Aufrechte Haltung und Geschmeidigkeit bringen Leichtigkeit in Ihre Schwangerschaft, gezielte Kraft erleichtert die Geburt. Außerdem überträgt sich Ihre Achtsamkeit auf die Haltung und die Bewegungsnatur Ihres Babys.
Dass Sie mit dem Sport nicht aufhören müssen, weil in Ihrem Bauch ein neues Leben heranwächst, das bestätigt mittlerweile fast jeder Frauenarzt, den Sie allerdings immer vorher zu Rate ziehen sollten. In welchem Umfang, in welcher Intensität und auf welche Sportarten Sie keinesfalls verzichten möchten, das wissen Sie selbst am allerbesten. Achten Sie immer zusätzlich darauf, die richtigen Übungen unterstützend zu machen, so sind Sie einer problemlosen Schwangerschaft, einer reibungslosen Geburt und dem schnellen Fitwerden danach ein paar Schritte näher!
Ich selbst habe gerade die neun spannenden Monate des immerzu wachsenden Bauches hinter mir und möchte Ihnen meine Erfahrung weitergeben. Auf dem Buchmarkt ist mir »Mama Fitness« von Benita Cantieni aufgefallen, das mich durch die komplette Zeit begleitet hat. Meine fünf Lieblingsübungen möchte ich Ihnen daraus vorstellen (Die Fotos zu den Übungen entstanden in der 34. Schwangerschaftswoche). Wer die komplette Bandbreite erfahren möchte, dazu Hintergrundwissen, Tipps und Tricks, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.
Weshalb ist es denn überhaupt wichtig, während der Schwangerschaft etwas für seinen Körper zu tun? – Wir werden sicher nicht als Supermodels auf den Laufsteg gebeten! Aber es geht nicht nur darum, nach außen toll auszusehen, sondern sich die richtige Haltung sowie entsprechende Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer anzueignen, damit die Schwangerschaft und der Alltag mit Kind gut bewältigt werden können. Denken Sie nur einmal daran, was für eine Belastung auf unseren Sehnen, Gelenken und Bändern lastet, wenn wir plötzlich 10 bis 20 Kilos mehr tragen müssen! Außerdem kann man frühzeitig anfangen, etwas gegen die Gefahr von Schwangerschaftsstreifen, Hauterschlaffung oder Besenreisern zu tun. Und besonders wichtig: Die Seele profitiert! Durch die Workouts wird unser Selbstbewusstsein und das Vertrauen in den eigenen Körper gestärkt. Machen Sie Ihr Kind glücklich: Durch Bewegung schüttet das Gehirn eifrig Wohlfühlhormone aus, die über die Nabelschnur an das heranwachsende Kind weitergeleitet werden. Am besten, Sie legen gleich los!
»Der Bauch ist die erste Wohnung« des neuen Menschen. Gestalten Sie diesen Raum durch Haltung und Atmung möglichst groß und weit. Vieles dreht sich in und nach der Schwangerschaft um den Beckenboden. Die Beckenbodenmuskulatur hilft, das Becken aufgerichtet zu halten, um den Organen mehr Raum und Halt zu bieten. Wenn die Muskeln vernetzt werden, die das Skelett halten, stützen und schützen, entlasten sie sich auch gegenseitig. Zu dem gesamten Muskelverbund gehören die Beckenbodenmuskulatur, die Rückenmuskeln, die Hüft-, Bauch- und Brustmuskulatur und der Schultergürtel.
Die Übungen nach Benita Cantieni trainieren die Muskulatur dynamisch. Das heißt, wir spannen an, wenn Anspannen anatomisch sinnvoll ist, und entspannen, wenn Entspannung die beste Voraussetzung ist. Die innere und größte Muskelschicht ist flächenartig angelegt und kann über Sitzbeinhöcker, Schambein und Steißbein aktiviert werden. Sie ist auf allen Seiten mit den umliegenden Muskelketten vernetzt: mit den tiefliegenden Hüftmuskeln, den Beinmuskeln und den Muskeln des unteren Rückens sowie der Bauchmuskulatur. Durch diese Vernetzung wird aus dem Becken ein tragfähiges Powerkorsett, das den Körper stabilisiert und mobilisiert.
Auf die Atmung ist bei allen Übungen besonderes Augenmerk zu legen.