Monika Huber
Studenten umrunden Deutschland im Staffellauf für guten Zweck
Auf ihrer 4.000 Kilometer langen Strecke bewegen sie sich Tag und Nacht über die Alpen, an der See entlang und passieren die Grenzstädte im Laufschritt. Dabei stößt jeder an seine ganz eigenen Grenzen und sieht am Ende, dass es nur gemeinsam zu schaffen ist.
Die Idee zur Deutschlandumrundung kam dem 24-jährigen Dirk Lange bei einem 100-Kilometer- Lauf im Jahr 2005. Im vergangenen Jahr ist es den Läufern um den Chemnitzer Studenten bereits gelungen dieses einzigartige
Projekt namens Lauf-KulTour erfolgreich zu absolvieren. »Sicher hatte man auch mal Zweifel, wenn man gerade bei sinnflutartigem Regen durch die Alpen rannte und merkte, wie schwer doch jeder Schritt fällt. Aber wir hätten nie aufgegeben.«
IDEE
In diesem Jahr wollen die Jungakademiker mit einer neuen Staffel wiederholt den Beweis antreten, dass junge Menschen jenseits der Ellenbogengesellschaft gemeinsam etwas bewegen können. »Aufeinander
aufpassen, miteinander kämpfen, helfen, wo man kann und eine scheinbar unlösbare Aufgabe gemeinsam meistern, das macht die Lauf-KulTour aus.«
Am 8. August startet die Lauf-KulTour in Chemnitz und macht den olympischen
Gedanken für jedermann direkt erlebbar.
Die zwölf Athleten laufen jeweils zweimal täglich eine Stunde und werden dabei von einem Radfahrer begleitet, damit haben die Lauf-KulTouristen nach jedem Tag mehr als einen Halbmarathon in den Beinen. Die Läuferstaffel ist immer in Bewegung. Im Uhrzeigersinn wird Deutschland innerhalb von 16 Tagen grenznah abgelaufen, sodass die Lauf-KulTour pünktlich zum Ende der Olympischen Spiele in Chemnitz ihr Ziel erreicht. »Das Projekt ist für mich Motivation, Antrieb und die Bestätigung, dass man gemeinsam unglaubliches leisten kann«, sagt Organisator und letztjähriger Läufer Dirk Lange.
ABLAUF
Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr sechs (b)Rennpunkte, die die Athleten auf ihrem Weg passieren. So wird es in Chemnitz, München, Freiburg, Düsseldorf, Rostock und Görlitz Laufbänder geben, auf denen die Einwohner mäglichst viele Kilometer rennen sollen. Nach sechs Stunden werden die Einzelleistungen addiert und die Gewinnerstadt erhält ein Preisgeld, welches einem Projekt des Ortes zugute kommt. Start und Ziel der Lauf-KulTour ist Chemnitz. Im Uhrzeigersinn passieren die Athleten den Bayrischen Wald. Die ersten Tage sind dabei die härtesten, weiß Dirk Lange: »Schon am dritten Tag kommen die Alpen, die den Läufern genauso wie der Breisgau alles abverlangen und vor die wohl härtesten Proben stellen. Steigungen von über 20 Prozent müssen dabei bewältigt werden.«
Ist der Bodensee erst einmal erreicht, geht es durch Freiburg im Breisgau und entlang des Rheins gen Norden über das Ruhrgebiet bis zu Nordsee. Mit dem Meer an der Seite wachsen die Läufer über sich hinaus, passieren Bremen und Hamburg und laufen Teile der Ostsee ab. Dort nimmt die Lauf-KulTour ihre letzte Kurve und schlägt sich an der Oder-Neiße Grenze bis nach Zittau durch. Ist die Läuferstaffel erst in Dresden, liegt das Ziel nur noch wenige Stunden entfernt.
STRECKE
Bei der Lauf-KulTour gibt es keinen Sieg und keine Niederlage, denn nur das Zusammenwirken der einzelnen Kräfte macht es möglich. Jeder kann sich der Staffel anschließen und selber ein Stück mitlaufen oder den Athleten die eigene Stadt im Laufschritt zeigen. Es geht nicht darum, wie lange oder wie schnell man mitläuft, sondern darum etwas zu bewegen.