Michaela Eichenseer
Im Interview: HandballprofiNadine Krause
0045 für Dänemark wählt man seit Ende 2007, wenn man Nadine Krause erreichen möchte. Die deutsche Handballnational- spielerin ist zur Welthandballerin des Jahres 2006 gewählt worden – ein herausragender Titel für einen herausragenden Teamplayer.
Die 25-jährige Neu-Kopenhagenerin mit dem charmanten schwäbischen Akzent im Interview:
Warum hast du mit dem Handballspielen angefangen?
Ich bin eigentlich in der Halle groß geworden, weil meine beiden Elternteile Handball gespielt haben. Mein Vater ist ja auch noch Trainer. Sobald ich laufen konnte, hab ich selbst angefangen, Handball zu spielen. Es ist mir also in die Wiege gelegt worden.
Was fasziniert dich an dieser Sportart?
Handball vereint so viele Aspekte – sei es Athletik und Kraft, Teamgeist. Mir gefällt, dass es so vielfältig ist.
Wie fühlt es sich für dich an, wenn du auf das Spielfeld gehst?
Das kommt immer drauf an, was für ein Spiel es ist. Ein Länderspiel ist immer noch etwas Besonderes, jetzt in Dänemark ist es auch wieder etwas anderes. Die ersten Spiele stehen an, da werde ich schon ein bisschen nervös sein. Aber grundsätzlich gesagt: mit Vorfreude und Spaß.
Welche Sportart wäre deine zweite Wahl?
Vielleicht eine Wintersportart wie Snowboarden. Vor Kopenhagen habe ich das in meiner Freizeit gemacht, jetzt darf ich es laut Vertrag nicht mehr. Das ist okay, damit muss man leben.
Spielt Angst vor Verletzungen stets mit?
Nein, überhaupt nicht. Das darf es auch nicht! Wenn man mit der Angst, verletzt zu werden, ins Spiel geht, dann wird man auch verletzt. Mit dieser Einstellung kann man gleich zu Hause bleiben, das geht auf jeden Fall schief.
Warst du selbst schon schwer verletzt?
2004 hab ich mir die Mittelhand gebrochen. Und letztes Jahr habe ich mir am Fuß Innen- und Außenband gerissen. Aber sonst toi toi toi! Das Knie wäre schlimm…
Wie und wann hast du gemerkt, dass du besser bist als die anderen?
Eigentlich habe ich so den ganz normalen Durchlauf hinter mir: Kreisauswahl, Bezirks-auswahl. Das war nicht »plopp« plötzlich da, ich hab die ganze Entwicklung gemacht. Viele sind auf einmal da, sprießen wie Pilze aus dem Boden.
Wann war dein erstes Länderspiel?
Das war ein B-Länderspiel 1999 gegen Rumänien, da hab ich nicht viel gespielt, aber ich war sehr nervös. Das war kurz nach der Jugendnationalmannschaft, mit 17 oder 18.
Was bedeutet es dir, in der Nationalmannschaft zu spielen?
Ich finde es schon eine Ehre, für Deutschland zu spielen, und es macht wahnsinnig Spaß. Wir sind jetzt auch wieder auf dem aufsteigenden Ast, mit dem vierten Platz im vorletzten Jahr bei der EM, und wollen weit hinaus.
Nach sechs Jahren Bayer Leverkusen: Warum hast du die Bundesliga in Richtung Kopenhagen verlassen?
Die dänische Liga ist für die Frauen die stärkste Liga der Welt und so war es schon immer ein Traum von mir, in Dänemark zu spielen. Ich habe mich in Leverkusen super wohl gefühlt. Aber jetzt ist die Zeit einfach gekommen. Für Kopenhagen habe ich mich entschieden, weil mich das Konzept von Anfang an überzeugte und ich bei dem Gespräch sofort ein positives Gefühl hatte.
Wie kommst du mit dem Team zurecht?
Super! Maren Baumbach und ich sind toll aufgenommen worden. Alle sind echt nett und hilfsbereit.
Hast du dich schon ein wenig eingelebt?
Ich bin sehr zufrieden.