Michaela Eichenseer
Kate Allen:Voller Tatendrang
Kate Allen schließt in den Pyrenäen an die Australien-Form an, fiebert der Eröffnungsfeier entgegen und weint Kitzbühel eine dicke Träne nach.
Die Wahl-Innsbruckerin feilt in den Pyrenäen an ihrer Olympiaform und zieht nach der ersten Trainingswoche zufrieden Zwischenbilanz. „Ich habe hier alles was ich brauche, ein 50 Meter Becken, eine eigene Laufbahn und vor allem viel Ruhe. Das Training verläuft absolut nach Wunsch, ich strotze vor Energie und habe mich seit dem Winter nicht mehr so wohl gefühlt.“
Längere Laufeinheiten absolviert die Olympiasiegerin von Athen auf 2100 Metern Höhe, die Radkilometer spult sie 250 Meter weiter unterhalb ab. Allen’s Schwimmleistungen erinnern John Beckworth an die gemeinsame Arbeit in Geelong. „Sie hat an ihre starke Frühjahrsform angeknüpft, wir sind im Wasser wieder auf Australien-Niveau.“ Neben dem Schwimmcoach werden Michael Tschernkowitsch und Petra Eisenreich vom Red Bull Diagnostikteam Allen’s Umfeld ab kommender Woche verstärken, gemeinsam mit Ehemann Marcel Diechtler fliegt das Quintett am 31. Juli nach Jeju Island. Vor dem Trip auf die Vulkaninsel steht in den Pyrenäen allerdings noch viel Beinarbeit auf dem Programm. „In den Laufschuhen gilt es noch ein paar Prozente nach zu legen“, weiß die WM-Achte von Vancouver, die ihre Pleiten-Pech und Pannen Saison mittlerweile abgehackt hat. „Ob ich die verlorenen sechs Wochen aufholen kann, sehe ich am 18. August, bis dahin gilt es jede Minute zu nützen. Meine Tage sind exakt geplant, das ist auch der Grund, warum ich nach Rücksprache mit dem ÖOC auf die Einkleidung und Verabschiedung durch den Bundespräsidenten verzichten werde.“
Nicht die einzige bittere Pille, denn auch das Heimrennen in Kitzbühel fällt der Olympiavorbereitung zum Opfer und findet definitiv ohne die Österreicherin statt. „Ich habe zu Land und Leute eine sehr tiefe Beziehung, Kitzbühel ist mein absoluter Favorit auf der Weltcup-Tour, es gibt kein vergleichbares Rennen, die Zuschauerrolle schmerzt sehr.“ Am 8. August kehrt Kate Allen Jeju Island für 48 Stunden den Rücken. „Die Eröffnungsfeier hat eine enorme Bedeutung für mich. Der Einmarsch der Athleten ist etwas Einzigartiges, ich erachte den Abend in Peking als zusätzlichen Kick.“ Die Tatsache in Summe neun Stunden im Flugzeug zu sitzen schreckt Allen nicht ab. „Bei den Gedanken an die Eröffnungsfeier von Athen läuft mir noch heute ein kalter Schauer über den Rücken. Ich bin wahnsinnig stolz ein Teil des österreichischen Olympiateams zu sein und sehe den Einmarsch als persönlichen Heißmacher.“
Der Olympische Damentriathlon wird am 18. August um 10:00 Uhr Ortszeit gestartet. Kate Allen kehrt drei Tage zuvor nach Peking zurück und hält sich punkto Prognosen bedeckt. „Ich will und werde in Medaillenform antreten, der Rest wird sich weisen. Ich habe weder Druck noch Lampenfieber, was ich 2004 gewonnen habe kann mir keiner nehmen, die Lust auf eine weitere Medaille ist aber enorm groß. Wäre dem nicht so, hätte ich in Peking nichts verloren.“
Weitere Informationen finden Sie unter www.kateallen.at
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