Gerda Obermeier
Katrin Schwing: Sieg im Spessart - trotz Legionärskrankheit!
Schock am Nachmittag: Schwing mit Legionellen
Am Montagnachmittag wurde die Freude über den Sieg in Frammersbach durch eine Diagnose getrübt, die gleichzeitig Schwings Schwierigkeiten während der bisherigen Saison erklärt: sie hatte sich in Südafrika die Legionärskrankheit eingefangen. Hier Auszüge aus Katrin Schwings Bericht:
»Während des Cape Epic habe ich Husten bekommen, und meine Lunge hatte sehr geschmerzt. Da ich Asthma Bronchiale habe, dachte ich, das käme von dem Staub dort. Doch zu Hause trat keine Besserung ein, und in den ersten Weltcup-Läufen hatte ich immer richtig Probleme mit der Lunge und den Beinen. Dazu kamen ständig andere Krankheiten, es ging null und ich hatte schwere Beine und keine Luft, keine Kraft und Power und war müde. Da habe ich schon an mir gezweifelt.
Der Lungenarzt meinte, ich sei auf dem Weg der Besserung und es bräuchte eben Zeit, bis sich die Lunge von dem Staub erholt hat. Und mit meinen sensiblen Bronchien dauere es eben noch etwas länger. In Albstadt sagte mir dann mein Teamkollege Alban Lakata, dass beim Cape Epic viele an Legionellen erkrankt seien – rein zur Vorsorge ließ ich letzte Woche mein Blut danach untersuchen. Mein Arzt meinte noch, das wäre Quatsch, da hätte es mir viel schlechter gehen müssen: Rennen wären nicht drin gewesen, und es wäre ohne Behandlung nicht weggegangen. Ich weiß nur, dass ich in den Rennen vor Schmerzen in der Lunge richtig gelitten habe.
120 Kilometer mit 3300 Höhenmetern, das sind die Werte der Langstrecke des Spessart Marathons in Frammersbach. Die zählt zu den technisch anspruchsvollsten Strecken, technische Singletrails und Downhills fordern die Teilnehmer sehr. Der Marathon verlangt Ausdauer, Kraft, Technik und Konzentration, und Katrin Schwing freute sich schon vor dem Start darauf: »Die Strecke ist super schön, und die Organisation und die Fans hier sind einfach super. Hier wird man so richtig angefeuert, das ist klasse, und ich komme gerne nach Frammersbach.«
Nach zweiten Plätzen endlich der Sieg
Am Start konnte sich Schwing gleich vorne einreihen und fuhr zunächst auf Platz zwei, doch schon nach dem ersten Downhill konnte sie ihre Konkurrentinnen abschütteln. Im Steilanstieg gegen Ende der ersten Runde fuhr sie weitere kostbare Zeit heraus. Von da an bestritt sie ein einsames Rennen bis ins Ziel und siegte in 5:38 Stunden mit zwei Minuten Vorsprung vor Gabi Stanger. »Ich freue mich riesig, dass ich in Frammersbach gewonnen habe, bisher war ich immer auf dem zweiten Platz.«
Teamkollege Matthias Ball wartete im Ziel bereits auf Katrin Schwing, er benötigte fünf Stunden und war damit Neunter der Gesamtwertung und Sieger der Altersklasse Master. »Für das Team Dolphin-Trek ein super Wochenende – zweimal ein Sieg,« so seine zufriedene Bilanz. Für Katrin Schwing steht nächste Woche die MTB-Marathon-WM in Niederdorf auf dem Programm.Am Montagmittag, nach dem Rennen in Frammersbach, rief mich mein Arzt fassungslos an und teilte mir mit, dass ich mir tatsächlich diese Legionellen eingefangen hatte und Glück, dass es mir noch so gut geht, da ich ja nicht behandelt wurde.