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08.09.2008 | 00:00 h
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Michaela Eichenseer

Interviews

Keine Hürde zu hoch: Meredith Michaels-Beerbaum im Interview

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Gerade mal 1,60 Meter groß und zierlich, wirkt Meredith Michaels-Beerbaum gar nicht wie das, was sie ist: die erfolgreichste deutsche Springreiterin, die ihre männlichen Kollegen in der Weltrangliste locker abhängt. Mit breitem »American accent« erzählt die gebürtige Kalifornierin »active woman«, wie es dazu kam und welche Pläne sie nach den Olympischen Spielen in Peking hat.


Copyright:Holger Schupp

Du bist die Tochter einer Schauspielerin und eines Regisseurs. Wie bist du zum Springsport gekommen?
Mit sieben Jahren habe ich angefangen zu reiten – und mich sofort Hals über Kopf in die Pferde verliebt. Anfangs nahm ich nur einmal die Woche Reitunterricht, dann verbrachte ich meine Ferien in einem Pferde-Sommercamp und mit acht bin ich in Santa Barbara, Kalifornien mein erstes Turnier geritten. Ich bin das ganze Wochenende durchgeritten und habe gleich zweimal den ersten Platz belegt.

Du warst 1999 die erste Frau, die für Deutschland in einem Championat geritten ist, 2006 die erste Frau, die bei einer Weltmeisterschaft angetreten ist, und du führst vor deinen männlichen Kollegen die Weltrangliste an. Was ist das für ein Gefühl?
Ich habe mir nie erträumt, mal so weit zu kommen. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, als Amerikanerin bei so großen Turnieren für Deutschland reiten zu dürfen. Früher haben alle gesagt »Das schaffst du nicht, schon gar nicht als Frau«. Jetzt bin ich immer noch hier und immer noch erfolgreich, habe mittlerweile Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für Deutschland gewonnen und bin darauf sehr, sehr stolz.

Und noch in diesem Jahr wirst du bei den Olympischen Spielen in Peking antreten …
Ja, Olympia ist immer noch was ganz Besonderes für jeden Sportler. Vor kurzem hat mir meine Mutter einen Karton geschickt mit alten Bildern und Briefen, die ich als Kind geschrieben habe. Da steht immer: Mein größter Traum sind die Olympischen Spiele. Ich freue mich auf Peking, habe ein gutes Gefühl, und mein Pferd Shutterfly ist in Topform. Dadurch dass ich an Olympia 2004 in Athen nicht teilnehmen konnte, ist sie 2008 vielleicht noch ein Stück wichtiger für mich.

Damals bist du ja zu Unrecht wegen Dopingverdachts kurz vor dem Start gesperrt worden. Warst du wütend? Traurig?
Es waren 2004 damals die schwierigsten Tage meiner Laufbahn, als mir mitgeteilt wurde, dass ich nicht nach Athen darf. Es war einfach die größte Enttäuschung meines Lebens. Ich war zuvor so zuversichtlich, habe mich wohl und sicher gefühlt, und auch Shutterfly war super in Form. Ich war fix und fertig, wollte zuerst für immer aufgeben. Aber dann habe ich mich zusammen­gerissen; schließlich war ich mir sicher, nie etwas Falsches gemacht zu haben. Ende 2004 hatte ich daraufhin eine Super-Saison, wurde »Rider of the Year«, habe als erste Frau überhaupt das Top Ten-Finale gewonnen und als erste Frau die Weltrangliste angeführt. 2005, kurz vor dem Weltcupfinale in Las Vegas, wurde ich vom Dopingverdacht freigesprochen und habe das Weltcupfinale anschließend gewonnen. Durch diese ganze Erfahrung habe ich damals eine ganz besondere innere Stärke gewonnen, die mich zu einer noch besseren Sportlerin gemacht hat.

Was war für dich bis jetzt der größte Erfolg deiner Karriere?
Ganz wichtig für mich sind drei Championate, die meine Laufbahn markieren: Das erste ist das Weltcupfinale 2005 in Las Vegas. Als gebürtige Amerikanerin hatte ich viele Freunde und Bekannte dort, und es war ganz besonders toll, dass ich gleich von zwei Nationen unterstützt wurde. Ich wurde immer mit »Hier kommt Meredith, gebürtige Amerikanerin aus Kalifornien.

(Quelle: active woman Juli/August 2008)
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