Michaela Eichenseer
Nicole Vaidisovaim Interview
Nicole Vaidisova schreibt Geschichte als eine der jüngsten und zugleich erfolgreichsten Tennisprofis – im April 2008 feierte sie ihren 19. Geburtstag. Trotz unzähliger Termine nimmt sie sich Zeit, »active woman« ein Interview zu geben.
Nicole, wie bist du zum Tennis gekommen?
Als Kind habe ich viele Sportarten ausprobiert. Besonders mochte ich Basketball, Ballett und Tennis. Tennis hat mir von Anfang an am meisten Spaß gemacht. Mit 9 oder 10 Jahren habe ich dann ernsthaft mit dem Tennis-training begonnen.
Hast du selbst entschieden, genau diesen Sport machen zu wollen, oder haben dich deine Eltern beeinflusst?
In meiner Familie war Tennis immer ein großes Thema, und ich habe immer viel und gerne Tennis im Fernsehen angeschaut. Ich denke aber, die vielen Erfolge in jungen Jahren haben mich dazu gebracht, diese Sportart professionell zu verfolgen.
Was für eine (Schul-)Ausbildung hast du bereits hinter dir?
Momentan mache ich gerade meinen Highschool-Abschluss in den USA. Wenn ich viel in Florida bin und es mein Turnierplan zulässt, gehe in die Schule, um Prüfungen zu schreiben und Seminare zu besuchen. Das lässt sich mit dem Training in Nick Bolletieris Tennisakademie in Bradenton ganz gut vereinbaren.
War es schon immer dein Wunsch, Profi zu werden?
Nein, darüber habe ich als Kind nie nachgedacht. Als ich jung war, habe ich nicht zu mir gesagt: »O.k., an diesem Tag werde ich Profi.« Ich war relativ schnell sehr erfolgreich und als ich älter wurde, hat sich das von alleine eingependelt. Eines hat das andere ergeben. Das ging Step by Step und nicht von heute auf morgen.
Was stellst du dir für die Zukunft vor?
Das ist schwer zu sagen. Ich habe noch so viele persönliche Ziele. Mein größtes Ziel ist es, eines Tages ein Grand Slam-Turnier zu gewinnen. Aber zuerst einmal möchte ich mein Spiel weiter verbessern.
Sind deine Eltern zugleich deine Manager? Oder hast du einen anderen
Manager?
Mein Manager ist Olivier van Lindonk von IMG International. Und der ist schon sehr lange mein Manager. Er kümmert sich um alle meine Sponsorenverträge, wie z.B. mit meinem Ausrüster Reebok.
Unterstützen dich deine Eltern sehr?
Ja, total! Mein Vater Ales ist mein Trainer, und ich spreche viel mit meiner Mutter und meinem Bruder über meine Karriere. Das ist eine der wichtigsten Stützen für mich in meinem Leben und gibt mir viel Kraft.
Wie stark haben die Erfolge in den letzten zwei Jahren dein Leben verändert?
Ich denke, ich bin sehr glücklich und komme aus einer ganz normalen Familie. Natürlich hat sich mein Leben verändert. Andere Mädchen in meinem Alter haben keinen Manager und fliegen nicht mehrmals im Jahr um die Welt so wie ich. Aber ich versuche immer, mein Leben einfach zu gestalten. Menschen, die mich gut persönlich kennen, sagen zu mir, dass ich außerhalb des Tennisplatzes ein ganz normales Mädchen bin.
Dein Stiefvater war dein erster Trainer, wie war und wie ist das Verhältnis zu ihm?
Niemand kennt mich besser als mein Vater. Er kann mir unheimlich bei meinem Spiel weiterhelfen. Ich verdanke ihm so viel und wir verstehen uns richtig gut. Er ist die wichtigste Person für mich.
Hast du Vorbilder? Wen?
So richtig nicht. Die Einzige, zu der ich immer hochgeschaut habe, war Steffi Graf.