Monika Huber
Olympia-Medaille zum Geburtstag? Speerwerferin Christina Obergföll in Peking
Das ganze Jahr hat sie auf diesen Moment hingearbeitet, nun rückt er immer näher: Am 19. August beginnt für Speerwerferin Christina Obergföll die Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Peking. Die 26-jährige Athletin war bereits zweimal Vize-Weltmeisterin (2005 und 2007) und hält mit einer Weite von 70,20 Metern den aktuellen Europarekord. Dass die Deutsche Meisterin in Form für das wichtigste Sportereignis des Jahres ist, hat sie am 12. Juni 2008 beim Grand-Prix-Meeting in Ostrava eindrucksvoll gezeigt.
Mit 67,72 Metern konnte Christina Obergföll, auch bekannt als der »schnellste Arm Deutschlands«, der Weltmeisterin Barbora Spotakova, die ein Heimspiel hatte, den Sieg entreißen. Auch in London (65,93) und Leverkusen (66,92) dominierte Obergföll die Konkurrenz. »Jetzt kann es los gehen«, erklärte die Offenburgerin, die stets 100 Prozent ihrer Power gibt, voller Selbstvertrauen.
Ihr wichtigstes Reiseutensil für die Spiele in Peking, der Spezial-Speerwurfschuh »Cyber Javelin Beijing«, liegt bereits parat. »Meine Spikes nehme ich mit ins Handgepäck, die dürfen nicht verloren gehen«, verrät Christina Obergföll über ihre Olympia-Schuhe, die von Mister Hitoshi Mimura und seinem Team im ASICS-Forschungs- und -Entwicklungszentrum in Kobe persönlich für sie angefertigt wurden.
Speerwerferin Christina Obergföll zeigt sich nach ersten Tests im Training von ihrem persönlichen Modell aus Kobe begeistert: »Die Spikes sind extrem leicht und passen perfekt.« Selbst beim Design durfte die ASICS-Athletin mitentscheiden: »Die Japaner wollten mir die schwarzen Tiger-Stripes nach Außen vergolden. Das war mir in der Symbolik doch zu deutlich. Jetzt ist auch Silber mit hinzu gekommen«, erklärt Christina Obergföll. Nicht noch einmal, so betont die Olympiateilnehmerin, mächte sie den Fehler des vergangenen Jahres machen: »Vor der WM in Osaka war ich so auf Gold fixiert, dass ich mich am Ende nicht über Silber freuen konnte. Das war schade. Diesmal möchte ich mich über jede Medaille freuen.«
Seit der WM im letzten Jahr weiß Christina Obergföll auch, wie wichtig in der Vorbereitung auf einen Wettkampf neben dem körperlichen auch das mentale Training ist. Tanja Damaske, eine ehemalige Speerwerferin, die Psychologie studiert hat, zeigte ihr, wie man mit gewissen Tricks der Aufregung und dem Erfolgsdruck entgegen steuert: »Ein ruhiger Schlaf in der Nacht vor dem Wettkampf kann schon Vorteile haben«, so die Europarekordlerin.
Beim entscheidenden Wurf setzt Christina Obergföll nicht zuletzt auf die Unterstützung der Fans: »Ich hoffe auf eine gigantische Stimmung im olympischen Stadion.« Sollte sich die Athletin ihren Medaillentraum erfüllen, dürfte auch einer großen Geburtstagsparty im Olympischen Dorf nichts mehr im Wege stehen. Mr. Hitoshi Mimura ist bei Athleten als »Magic Man«, »the Master Craftsman«, »the Shoe Doctor« oder auch »the God of Shoes« bekannt. Auch im Unternehmen ASICS, für das er seit 41 Jahren tätig ist, genießt der Schuh-Guru einen Ehrenstatus und wurde offiziell zum »Grand Master« ernannt.
Der ASICS-Forscher versorgt Top-Athleten aus aller Welt mit maßgeschneiderten Hochleistungsschuhen. Seit den Spielen in Moskau von 1980 steht Hitoshi Mimura den ASICS-Athleten als persönlicher Schuh-Experte während der Olympischen Wettkämpfe zur Verfügung.
Drei Olympische Marathonsieger der letzten Jahre, darunter auch Italiens Goldmedaillengewinner Stefano Baldini (Athen 2004), liefen mit Schuhen ins Ziel, die der »Grand Master« für sie persönlich entwickelt hatte.