Michaela Eichenseer
Sabrina Mockenhauptim Gespräch
Das Talent wurde ihr in die Wiege gelegt, auch wenn sie selbst erst spät die Liebe zum Laufen und ihr eigenes Leistungsvermögen erkannt hat. Mittlerweile lehrt das selbstbewusste Leichtgewicht die deutsche Marathon- Konkurrenz das Fürchten. Ihr großes Ziel: die Olympischen Spiele in Peking!
Wie hast du die Liebe zum Laufsport entdeckt?
Als ich 15 war, habe ich mit meiner Freundin beschlossen, mit Laufen anzufangen. Ich wusste schon immer, dass ich laufen kann. Meine Eltern haben erst mit 30 Jahren angefangen, Marathon zu laufen und waren noch richtig erfolgreich. Meine Mutter wurde Deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse mit einer Zeit von 2:40 Stunden. Und das, obwohl sie mal geraucht hat wie ein Schlot! Die Bestzeit von meinem Papi liegt bei 2:24 Stunden, das kann sich auch sehen lassen! 1997 bin ich zum Spaß meinen ersten Wettkampf in Gotha über 5,5 Kilometer gelaufen und wurde auf Anhieb Fünfte bei der Deutschen Crossmeisterschaft. Ich bin ziemlich blank an den Start gegangen und habe mir gedacht, dass ich mit etwas Training in den Beinen noch besser werden kann. Seitdem laufe ich in der deutschen Spitze.
Hattest du jemals ein Vorbild?
Alle Vorbilder, die ich je hatte, hatten – so hat sich später herausgestellt – etwas mit Doping zu tun. Früher waren es Uta Pippig oder Herr Baumann. Heutzutage habe ich keine Vorbilder mehr, konzentriere mich ganz auf meine persönlichen Leistungen.
War Profisportlerin dein Traum? Was wolltest du als Kind werden?
Nein! Im neunten Schuljahr habe ich zwar gesagt: »Irgendwie bin ich nicht so normal wie die anderen« und wollte gerne etwas Ausgefalleneres machen. Ich war in Jazzdance, habe dann aber gemerkt, dass sich dort vieles nur um Klamotten und Tussi-Gehabe dreht. Das bin ich nicht. Ganz früher als Kind wollte ich Schauspielerin werden oder Sängerin – obwohl ich gar nicht singen kann!
Sind deine Eltern mit verantwortlich für deine Erfolge?
Auf jeden Fall. Klar, es gibt immer Phasen, an denen man keine Lust oder die falschen Freunde hat, aber meine Eltern haben mich immer unterstützt, und das tun sie auch heute noch. Bei den Wettkämpfen sind sie meistens dabei.
Wie konntest du das Training mit deiner Ausbildung vereinbaren?
Ich hab mich nach meinem ersten Wettkampf direkt dem Trainer von meinen Eltern angeschlossen. Das lief alles noch neben meiner Schulzeit. 1997 habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen und diese im Jahr 2000 abgeschlossen. Bis 2001 habe ich halbtags gearbeitet. Es ist wirklich nicht ganz einfach, wenn man den ganzen Tag in der Arbeit ist und am Abend noch mal raus muss. Da habe ich immer gejammert, wenn es dunkel war oder das Wetter schlecht. Aber jetzt bin ich sehr froh, dass ich das so durchgezogen habe. Mich hat diese Zeit geprägt. Seit 2001 bin ich bei der Bundeswehr als Sportsoldatin und Profi.
Welcher deiner Erfolge ist für dich persönlich der größte?
Der Vize-Europameisterschaftstitel im Crosslauf 2005. Das war der Überraschendste! Ja, und mein erster Marathon, den ich in Köln gewonnen hab. (Anm. d. Red: Sabrina ist den Marathon in 2:29:33 Stunden gelaufen). Dabei hatte ich darauf noch gar nicht so richtig trainiert, das muss also noch schneller gehen.
Was war die schlimmste Zeit in deiner Karriere?
Als ich 2006 diese langwierige Verletzung hatte. Keiner wusste, wo die Schmerzen im Oberschenkel herkommen.