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Endlich kreuzschmerzfrei - Teil 3
Der Einfluss der Seele
Warum verfallen eigentlich so viele von uns in diese Haltung? Aus Faulheit vielleicht, weil die haltende Tiefenmuskulatur zu schwach ist, oft auch aus einem anderen Grund: Unter dem Dekolleté sitzt sprichwörtlich das Zentrum der Emotionen. Wenn wir unter Druck geraten, wenn wir uns unsicher fühlen, dann weichen wir automatisch an dieser Stelle zurück, sacken in uns zusammen, auch damit wir weniger wahrgenommen werden. Große Frauen oder Frauen mit ein wenig mehr „Holz vor der Hütten“ schämen sich zudem oft und nehmen diese Haltung ein, um weniger aufzufallen – das hat mitunter schon in der Pubertät angefangen und wurde unbewusst immer weiter übernommen.
Diese „Rückzugshaltung“ kann also auch ein Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein sein. Der famose Trick dabei: Wenn wir bewusst eine stolze, selbstbewusste Haltung einnehmen – Brust raus, Bauch rein, Schultern tief, Kopf zurück, auf beiden Beinen stehend –, dann wirkt die äußere Haltung auch positiv auf die Seele. Ein schöner Nebeneffekt, oder? Der Haupteffekt: Alles ist „in Position“, muskuläre Dysbalancen können weniger leicht entstehen. An Ihrer neuen, selbstbewussten Haltung arbeiten Sie am besten mit einem Physiotherapeuten, denn wie bereits erwähnt: Verhaltens- und Haltungsmuster, die sich über so viele Jahre in Ihr Gehirn „gebrannt“ haben, sind nicht leicht neu abzuspeichern.
Wege in die Gelassenheit
Sehen Sie, viele Ursachen müssen nicht mit hartem Krafttraining bekämpft werden. Im Gegenteil: Bevor Sie sich an das richtige Training gegen Ihre Rückenschmerzen machen, sollten Sie alle anderen Faktoren genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht neigen auch Sie wie Martina Meier dazu, Ihre Sorgen, Ihren Stress, Ihren Erfolgsdruck unbewusst auf Ihrem Rücken abzuladen. Dann lernen Sie, sich zu entspannen, abzuschalten vom Alltagsstress! Im Idealfall finden Sie Ihre eigene Methode, wie Sie Ihre Muskulatur am besten locker und Ihren Kopf frisch und frei kriegen.
Ein paar Tipps: Stehen Sie auf vom Bürostuhl, strecken Sie sich und beugen Sie sich locker baumelnd vornüber, beides ca. 15 bis 20 Sekunden lang – probieren Sie diese Blitzentspannung dreimal pro Arbeitstag aus. Dehnen und Strecken sind sowieso echte Wellnesskuren für die Rückenmuskeln sowie für den gesamten Körper. Martina Meier hat vermutlich durch ihr Hobby Laufen leicht verkürzte hintere Oberschenkelmuskeln, das Dehnen dieses Bereichs wirkt sich auch entspannend auf den unteren Rücken aus. Denken Sie also nicht nur an die Rückenmuskulatur, auch die umliegenden Muskelgruppen wollen gestreckt und entspannt werden! Yoga, Feldenkrais, Qi Gong, Autogenes Training – arbeiten Sie sich durch die Entspannungsmethoden, so lange, bis Sie Ihren Weg in die Gelassenheit gefunden haben.
Und noch ein Tipp: Wenn Sie dem Schmerz schon von vornherein weit die Tür aufmachen, dann wird er auch bereitwillig eintreten und es sich bequem machen. Das Nervensystem entwickelt mitunter eine Überempfindlichkeit, das Schmerzgedächtnis schlägt dann auch bei kleinsten Bewegungen, die eigentlich gar nicht wehtun können, Alarm. Der Schmerz hat sich sozusagen verselbständigt, man ist dann schmerz- und nicht rückenkrank. Bewerten Sie Ihre Schmerzen also nicht über, so kehren Sie schneller wieder zur Normalität zurück.
Was tun Sie gegen diese chronischen Schmerzen?