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Gesunder Lebensstil: „Saubere“ Gefäße beugen Demenz vor
Eine wesentliche Maßnahme zur Vorbeugung und Verlangsamung dieser langsam fortschreitenden Krankheit ist die Vermeidung gefäßschädigender Risikofaktoren. „Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder mit Bluthochdruck (Hypertonie) haben ein besonders großes Risiko für Veränderungen der kleinen Blutgefäße im Gehirn, weswegen diese Erkrankungen unbedingt konsequent behandelt werden müssen. So senkt eine gute Kontrolle des Blutdrucks bei Patienten mit Hypertonie sowie des Blutzuckers und der Fettwerte bei Menschen mit Diabetes mellitus das Demenz-Risiko deutlich“, rät Prof. Günther Deuschl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin.
Weitere präventive Maßnahmen auch bei gesunden Menschen sind der Verzicht auf das Rauchen sowie die Vermeidung von Übergewicht und Fehlernährung. Eine gesunde ausgewogene Ernährung, die arm an tierischen Fetten ist, ist dabei ebenso wichtig wie regelmäßige körperliche Aktivität. Wandern, Schwimmen, Nordic Walking, aber auch flottes Spazierengehen können die Leistungsfähigkeit des Gehirns bis ins hohe Alter positiv beeinflussen. „Einer vaskulären Demenz kann effektiv vorgebeugt werden, indem die Gefäße durch einen gesunden Lebensstil „sauber“ gehalten werden. Gleichzeitig verringert man das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, denn beide Erkrankungen haben in den Gefäßveränderungen dieselbe Ursache.“ Wie ausgeprägt eine vaskuläre Demenz ist und wie schnell sie voranschreitet, ist vom Ausmaß der Durchblutungsstörungen abhängig. Sind kleinere Blutgefäße betroffen, kommt es durch chronischen Sauerstoffmangel zu einem allmählichen Absterben der betroffenen Gehirnzellen.
„Ein langsam fortschreitender Verlust vieler mentaler Fähigkeiten ist die Folge: Kognitive und emotionale Einschränkungen führen zu Störungen des Denkens des Gedächtnisses, der Urteilskraft sowie der Konzentrations- und Lernfähigkeit. Die räumliche Orientierung ist beeinträchtigt und Betroffene haben Schwierigkeiten die richtigen Worte zu finden. Aber auch Stimmungsschwankungen, plötzliche Gefühlsausbrüche und Persönlichkeitsveränderungen können mit der Erkrankung einhergehen“, illustriert der Leiter der neurologischen Abteilung der Universitätsklinik Kiel das Erkrankungsbild. Außerdem kommt es zu einer Gangstörung mit kleinschrittigem Gang und zu Störungen der Blasenfunktion „Sind größere hirnversorgende Gefäße verengt oder gar verschossen kann es zu einem Schlaganfall kommen, mit den typischen Symptomen wie Ausfällen von Motorik und Sprache.“
Wichtig ist, bei ersten Anzeichen von gesteigerter Vergesslichkeit oder dem Gefühl, dass sich die persönliche Denkleistung gravierend verändert, einen Facharzt für Neurologie aufzusuchen. Wird die Diagnose vaskuläre Demenz gestellt, kann der Verlauf der Krankheit durch zeitnahe Behandlung positiv beeinflusst werden. „Dabei gilt, je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Aussichten die Erkrankung aufzuhalten“, betont der neurologische Experte. Die medikamentöse Behandlung der vaskulären Demenz betrifft dann insbesondere die Behandlung der chronischen Gefäßveränderungen.
Knapp eine Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an einer Demenz erkrankt – rund 20 Prozent davon sind von einer vaskulären Demenz betroffen.
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