Von der jungen Wilden zur Beachvolleyball-Weltspitze: Sara Goller im Interview
Man hört aber nicht auf, weil man nicht mehr mithalten kann oder weil die Knochen kaputt sind wie in anderen Sportarten, sondern weil man einfach mal zuhause sein will. Die ganze Reiserei ist tatsächlich Alltag, zuhause sein ist Urlaub. Ich packe schon blind (lacht). Mir wird das sicher auch irgendwann fehlen, diese Abwechslung. Ich weiß, was ich für ein Glück hab‘! Aber das ständige Unterwegssein ist anstrengend. An manchen Tagen denke ich schon, jetzt würde ich gern nach Hause, die Tür zumachen und niemanden mehr sehen. Zum Abschalten höre ich zum Beispiel gerne Hörbücher.
Bleibt bei so viel Reisen Zeit für Beziehungen?
Das muss genauso wie alles andere sehr, sehr gut organisiert sein. Ich habe einen Freund seit 3,5 Jahren, er ist selbst Profi-Fußballer und versteht, wie wichtig mir das Ganze ist. Er ist richtig stolz auf mich, fiebert total mit, und ist vor den Spielen nervöser als ich. Natürlich freut er sich auch auf die Zeit, wenn ich vielleicht öfter zuhause bin. Wir genießen es total, wenn wir dann zusammen sind und uns haben. Wir haben praktisch jeden Tag des Jahres verplant und wissen jetzt schon, wann wir uns sehen können. Manchmal denken sich andere schon: „Habt ihr sie jetzt noch alle?“ Denn so ein bisschen kreativ und verrückt muss man schon sein und sich zum Beispiel einmal für einen Abend in Barcelona treffen. Es gibt auch eine Hand voll Freunde, die ich sehe, wenn ich mal zuhause bin. Mein Bruder wohnt wie ich in Hamburg. Meine beste Freundin macht einfach mein Trainingsprogramm mit, wenn ich in Köln bin.
Beachvolleyball ist mental stark herausfordernd. Kann man lernen, seine Nerven im Zaum zu halten?
In der internationalen Spitze sind ganz klar die mental Stärksten die Besten, denn spielen können wir alle. Mentaltraining ist ein essenzieller Teil unseres Trainings.
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