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13.08.2010 | 11:26 h
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Frau im Job, TopNews 1

Kind? Nein danke! Oder vielleicht später?

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Immer mehr Frauen entscheiden sich erst ab Mitte 30 schwanger zu werden. Doch was sind die Gründe für das späte Mutterglück? Und gibt es eigentlich den richtigen Zeitpunkt für Nachwuchs? Wir haben bei der Buchautorin und Psychologin Angela Voß, die sich in ihrem Buch „Ein Baby – jetzt, später oder nie?“ intensiv mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigt, einmal nachgehakt.

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So wie Evi geht es vielen Frauen: „Der Kinderwunsch verändert sich im Laufe des Lebens, mit 18 haben fast alle Frauen einen Kinderwunsch, mit 30 ist er bei vielen auch deutlich größer, weil dann Freundinnen Kinder bekommen, mit 38, 39 schleicht er sich aus“, so Angela Voß.  „Der richtige Mann, eine berufliche Veränderung oder ein Sechser im Lotto können schnell neue Weichen stellen. Denn die meisten Frauen möchten doch alles, auch wenn das nicht alle Betroffenen ehrlich zugeben. Sie wollen Kinder, einen tollen Beruf und einen liebevollen, coolen, treuen Mann.“

Aber warum sind Frauen in der Babyfrage heutzutage so lange so unentschlossen und entscheiden sich erst in späten Jahren für ein Kind? „Es liegt an der Realität, die unsere moderne Gesellschaft schafft, weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der Verantwortungsbewusstsein und eine kluge Planung zu einem erfolgreichen Leben dazugehören“, sagt Angela Voß. „Heute braucht eine umsichtige Frau einen eigenen Beruf und den richtigen Partner, den sie liebt und mit dem es Spaß macht, ein Kind großzuziehen.“ Das Gesamtpaket muss also stimmen. „Wichtig ist heute auch, das Leben vor den Kindern zu genießen. Freiheiten ausschöpfen, Erfahrungen sammeln, die Welt sehen, im Ausland arbeiten, ausgehen. Das Leben besteht ja nicht nur in der Kinderplanung“, so Angela Voß.

Das war aber auch einmal anders, und zwar im „golden age of marriage“, dem Heirats- und Babyboom der Sechzigerjahre. 1961 betrug das durchschnittliche Alter einer Frau, die ihr erstes Kind zur Welt brachte, in Westdeutschland noch 24,9 Jahre, 2001 lag das Durchschnittsalter einer Erstgebärenden bereits bei 29,1 Jahren. 2002 war in Bayern schon jede vierte Mutter bei ihrer ersten Geburt über 35. Und heute? „Zuerst sah es ja mal so aus, als wenn sich die Zahlen dank der Weichenstellung der Politik und der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ändern. Aber das war ein statistischer Fehler.

Quelle: (active woman Juli/August 2010; Text: Victoria Auburger)
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