Achtung Feuerlocke! Mountainbikerin Katrin Schwing im Interview
Zerkratzte Beine, blaue Flecken, Dreckspritzer im Gesicht: So richtig ladylike ist Mountainbiken nicht. Warum sollte frau es dennoch mal versuchen?
Weil es einfach riesigen Spaß macht, man in der Natur ist, spürt, dass man lebt und Biken fit und noch dazu schöne Beine sowie Arme macht. Ja, wer sagt eigentlich, was ladylike ist und was nicht?! Jeder soll das machen, wozu er/sie Lust hat, solange kein anderer Mensch darunter leidet. Basta! (lacht)
Welchen ultimativen Trainingstipp und welchen fahrtechnischen Tipp hast du für eine MTB-Einsteigerin?
Mal überlegen … 29-Zoll-Bike fahren, das vermittelt Ruhe und Sicherheit. In den Reifen sollte nie zu viel Luft sein! Am besten immer mit einem Luftmessgerät z. B. von Schwalbe checken. Sehr zu empfehlen: Techniktraining, Schalttraining, in Bikeparks fahren, mit Jungs biken gehen und mal ans Limit kommen. Dazu: Athletik- und Krafttraining für den ganzen Körper.
Was empfiehlst du einer ambitionierteren Bikerin, die ihren ersten MTB-Marathon in Angriff nehmen möchte?
Zuallererst sollte sie gut trainiert und auf die lange Distanz vorbereitet sein. Gerade die Woche vor dem Marathon bedarf der Planung: An- und Abreise, Zimmer, Bike durchchecken (Kette geölt? Luft in den Reifen? Gabel und Schaltung gecheckt?).
Am Tag vorher packt sie am besten die Kleidung sowie das Essen und Trinken ein – dann muss sie am Morgen an nichts mehr denken und kann in aller Ruhe an den Start gehen. Mein Tipp: Streckenprofil an den Lenker kleben mit Feedzonepunkten, dass ich immer genau weiß, wo ich gerade bin und was mich erwartet. Außerdem richte ich mir immer eine Regenerationsflasche nur mit Pulver her, die ich nach dem Rennen sofort mit Wasser fülle und trinke, und ein deftiges „After-Race-Brötchen“.
Du bist schon seit 1996 auf dem Mountainbike und auch in der Rennszene unterwegs: Wie hat sich die Frauenquote im Mountainbikesport entwickelt?
Auf jeden Fall hat sie sich deutlich verbessert, auch das Niveau ist sehr hoch.
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