Interview mit Janine Pietsch
Ende 2008 haben Sie bekannt gegeben, dass Sie an Brustkrebs erkrankt sind. Wie fühlen Sie sich heute?
Der Großteil der Therapie mit OP, Chemo und Bestrahlung ist überstanden und es geht mir wieder sehr viel besser. Die Strapazen der Therapie waren dennoch enorm und ich spüre sie heute noch öfter. Da ich mich momentan in einer 5-jährigen Hormontherapie (ich bin künstlich in den Wechseljahren) befinde, sind die Beschwerden (Hitzewallungen, Gelenk und Knochenschmerzen, Migräneattacken etc.) manchmal ziemlich stark. Mit der Zeit habe ich aber auch gelernt damit umzugehen und es ist immer wichtig, sich vor Augen zu halten, für was man das alles macht – immer positiv denken!
Bewegung und Sport hilft nachweislich in der Brustkrebsnachsorge. Haben Sie auch Bewegung empfohlen bekommen?
Sport in gesundem Maße ist immer gut – während der Therapie war es mir aus gesundheitlichen Gründen leider nur sehr selten möglich Sport zu machen und Wasser musste ich in dieser Zeit meiden! Nach der Therapie habe ich angefangen wieder Sport zu machen (Fitness, Yoga, Skilanglauf, Schwimmen etc)., aber natürlich nicht in der Intensität, wie ich es gewohnt war. Seit der Diagnose Krebs steht für mich die Gesundheit an erster Stelle.
Sie waren Leistungssportlerin und daher vorher sehr aktiv. Hatten Sie dadurch Vorteile, waren Sie „fitter“ für den Kampf gegen Krebs?
Ich glaube, dass ich mich psychisch leichter und körperlich schwerer getan habe als andere Patienten. Durch den Sport wusste ich, was es heißt zu kämpfen und ein Ziel zu haben. Das hat mir gerade in den schweren Phasen sehr weitergeholfen. Körperlich sah das anders aus – ich habe vorher sehr viel trainiert und mit der Diagnose habe ich den Sport erst mal komplett reduzieren müssen. Das war für meinen Körper ein Schock und das habe ich zu spüren bekommen!
Hat sich Ihre Einstellung zum Thema Sport/Leistungssport und haben Sie sich als Person verändert?
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