Aktiv trotz Bronchialasthma - geht das?
Oft reagieren die Asthmatiker auf bestimmte Allergene, wie zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen oder sehr selten auch auf Nahrungsmittel. Meist ist das Asthma aber nicht ausschließlich auf ein einziges Allergen zurückzuführen. Es tritt in der Regel als Mischform auf, bei der verschiedenste Auslöser kombiniert sind. Neben den Allergenen kann es zum Beispiel durch kalte Luft oder bestimmte Chemikalien, wie Lösungsmittel, ausgelöst werden oder eine psychosomatische Ursache haben; die genetische Veranlagung spielt immer eine Rolle. Beim Arzneimittelasthma, das sehr selten ist, weisen die Patienten eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Medikamente auf, besonders häufig auf Acetylsalicylsäure, den Wirkstoff im Aspirin. Das Infektasthma ist auf eine vorangegangene Atemwegsinfektion zurückzuführen, die die Atemwege schwächt und damit anfälliger macht.
Zwar reagiert jeder Asthmatiker auf andere Auslöser, Judiths „Asthma-Karriere“ ist aber eine typische. Schon als Kind war sie von unterschiedlichsten Allergien geplagt, aus dem Heuschnupfen entwickelte sich Asthma. Es fand ein so genannter Etagenwechsel statt. Vom Nasen-Rachen-Raum „rutschte“ die Erkrankung ein Stockwerk tiefer, in die Lunge.
Belastungs- oder Anstrengungsasthma (EIA = exercise induced asthma) hingegen sei, so Angelika Biberger, keine eigenständige Asthmaform. „Im Gegenteil. Wenn jemand auf eine körperliche Belastung mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion, z.B. beim FEV 1-Wert um mindestens zehn Prozent, reagiert, gilt dies als Nachweis für Asthma. Körperliche Belastung ist wie Pollen ein Auslöser für Asthma.“ Im Kindes- und Jugendalter habe jeder, der an Asthma leidet, auch Anstrengungsasthma; im Erwachsenenalter seien davon noch etwa 50 Prozent aller an Asthma Erkrankten betroffen.
Sport trotz Asthma? Ja!
Daraus aber zu schließen, dass man Bewegung und vor allem Sport bei Asthma meiden sollte, ist falsch. Ganz im Gegenteil. Für Asthmatiker gibt es einerseits spezielle Atemgymnastik als Teil der Therapie, andererseits trägt auch Sport ganz allgemein dazu bei, die beeinträchtigte Lungenfunktion zu stärken, was die Atmenotsschwelle positiv beeinflusst und nach oben verschiebt.
„Es müssen jedoch bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden!“, warnt Angelika Biberger.
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