Man rückt aber davon ab, eine exakte Literanzahl zu empfehlen, sondern rät dazu, dem eigenen Durstgefühl nachzugeben, dieses Gefühl als wahren Indikator wahrzunehmen, ob der Körper Flüssigkeit braucht oder nicht. „Das ist wie mit den drei Mahlzeiten am Tag“, betont Silke Kayadelen. „Wenn der Blutzuckerspiegel ständig hochgeht, muss der Körper ständig das so genannte Dickmacherhormon Insulin ausschütten, um den Zucker wieder abzubauen. So spürt man nicht mehr, was Hunger ist, was der Körper wirklich will.“ Mit dem Durst sei das sehr ähnlich.
Also einfach in sich hineinhören und trinken, wenn man Durst hat, genau das, worauf man Lust hat? „Im Grunde ist dies das Geheimnis“, so Silke Kayadelen. „Vor allem sollte man kein schlechtes Gewissen haben, sich gleich krank fühlen, wenn man die zwei Liter mal nicht erreicht hat. Denn auch in einer Wassermelone oder einem Eisbecher mit frischen Früchten steckt viel Flüssigkeit.“
Kein natürliches Durstgefühl?
Und wenn man – wie beispielsweise viele alte Leute – Durst nicht mehr wahrnimmt, chronisch dehydriert ist? Die ersten Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind eine trockene Zunge, mitunter auch Müdigkeit, Konzentrationsabfall, Kopf- und eventuell auch Rückenschmerzen. Eine chronische Dehydration ist nach den Studien der US-amerikanischen Professorin für Ernährungswissenschaften Barbara Rolls aber äußerst selten, die allermeisten Menschen sind mit genügend Flüssigkeit versorgt. Ob Sie tatsächlich zu wenig Wasseranteil im Körper haben, sehen Sie am eindeutigsten an Ihrem Urin. Der sollte hellgelb und eher transparent sein und nicht dunkel oder trüb wirken.
Wie bringt man sich in diesem Fall das Trinken bei, beziehungsweise erobert man sich das natürliche Durstgefühl zurück? Hilft es, sich die Flasche auf den Schreibtisch zu stellen, hilft eine Art Wecker, der einen stündlich ans Trinken erinnert? Silke Kayadelen: „Einen Wecker würde ich nicht empfehlen, ein regelmäßiges Klingeln nimmt einem ja wieder die Verantwortung, auf den eigenen Körper zu hören.“ Eine Kanne Apfelschorle oder eine Flasche Mineralwasser immer in Griffweite auf dem Tisch stehen oder im Rucksack zu haben, sei dagegen eine gute Möglichkeit.
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